Der Blick auf das Etikett…

...verrät die Inhaltsstoffe. Aber welche Inhaltsstoffe sind "gut", welche "schlecht"? Pauschal lässt sich das so natürlich nicht beantworten, aber es gibt durchaus Dinge, auf die man in seiner Seife oder seinem Kosmetikprodukt verzichten kann. Wie z.B. EDTA (=Ethylendiamintetraessigsäure). EDTA ist ein Komplexbildner, der z.b. häufig in Wasch- und Reinigungsmittel zur Enthärtung eingesetzt wird. Aber auch in Kosmetika kommt EDTA vor, nämlich als Konservierungsmittel.

Klingt doch jetzt gar nicht schlecht, oder? Nun ja, EDTA ist nur leider biologisch schlecht abbaubar. Und es gelangt fast ausschließlich über das Abwasser in die Umwelt. Es ist gering toxisch, gilt aber für den Menschen als unbedenklich gilt und ist auch als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

Habt ihr schon mal nachgelesen, in welchen Produkten überall EDTA vertreten ist? Ihr werdet Euch wundern....

Doch was sagt das Wort "Sodium" über meine Seife eigentlich aus? Der Inhaltsstoff "Sodium Cocoate" besagt, dass es sich hier um verseiftes Kokosöl handelt. Sodium bedeutet daher, dass es ein verseifter Rohstoff ist.

Wenn ihr bei den Bestandteilen auf "Glycerin" stoßt, ist das nichts, das Euch vom Kauf abhalten sollte. Öle und Fette bestehen aus Fettsäuren und Glycerin. Die Fettsäuren verbinden sich beim Verseifen mit der Lauge - Seife entsteht. Das Glycerin bleibt übrig. Die Industrie schöpft dieses Glycerin ab, da es in anderen Kosmetikprodukten als wertvoller Rohstoff eingesetzt wird. Das ist aber auch der Grund, warum gerade Industrieseifen unsere Haut austrocknen und nicht pflegen - das Glycerin fehlt. Glycerin ist für unsere Haut ein wertvoller Rückfetter und Feuchtigkeits-spender. Sollte Glycerin aber nicht bei den Inhaltsstoffen aufgelistet sein, heißt es nicht, dass es fehlt. Denn es entsteht auf natürliche Weise beim verseifen und muss daher nicht extra deklariert werden.

Ihr wisst nun schon einiges über die Inhaltsstoffe, aber was ist mit dem Rest, der am Etikett steht?

Die Reihenfolge der Inhaltsstoffe spielt auch eine Rolle. Der Rohstoff, der als erstes am Etikett steht, ist am meisten vorhanden. Das heißt, dass die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge deklariert sein müssen - dies gilt übrigens für die Naturseife von der Manufaktur ums Eck genauso, wie für die Tagescreme, die ihr im Drogeriemarkt kauft.

Auf dem Etikett findet ihr außerdem noch das Ablaufdatum des Produktes, Herstellerangaben, die Chargennummer sowie das Frischegewicht. Diese Dinge müssen deklariert sein. Auch das gilt für jedes Kosmetikprodukt, das in der EU verkauft wird. Alle weiteren Angaben, wie eine Überfettung, sind optional und müssen nicht zwingend angeführt werden.

Habt ihr noch Fragen zum Etikett oder Inhaltsstoffen? Dann hinterlasst mir einfach einen Kommentar 😊