Festes Shampoo vs. Haarseife

"NoPoo" - zu deutsch "ohne Shampoo" - ist in aller Munde. Immer mehr Menschen setzen beim Haare waschen auf festes Shampoo, Haarseife oder eben auch auf reines Wasser.

Für welche Methode man sich am Ende entscheidet hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, wie der Haarbeschaffenheit (lang, dünn, fettig, kraus, trocken ect), der Kopfhaut, aber auch von persönlichen Vorlieben.

Ich möchte hier in erster Linie auf festes Shampoo bzw. Haarseife eingehen. Bei Interesse an der "NoPoo"-Methode (ganz ohne Shampoo/Seife, nur mit Wasser bzw. nur ein Kämmen) empfehle ich Euch in den entsprechenden Gruppen vorbei zu schauen. Dort kann man auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Als festes Shampoo wird ein Gemisch bezeichnet, dem Wasser entzogen wurde. Es handelt sich hier aber um keine Seife, denn festes Shampoo zeichnet sich dadurch aus, dass synthetische Tenside zugesetzt sind, die für die Reinigung des Haars sorgen und Schaum bilden. Auch wird festes Shampoo nicht gesiedet, sondern die unterschiedlichen Komponenten werden miteinander vermengt.

Eine Haarseife enthält hingegen keine zugesetzten Tenside. Sie reinigt allein durch herabsetzen der Oberflächenspannung des Wassers. Oft ist in Haarseife Rizinusöl enthalten. Dieses dient als Schaumverstärker, denn gerade eine Haarseife soll üpppig und gut schäumen. Was darf alles drin sein, in einer "echten" Haarseife: verseifte Öle/Fette, Wasser und wer mag noch Düfte und Farben. Gerade bei Düften ist Obacht geboten, denn nicht alle werden von unserer Kopfhaut vertragen, da sie oft empfindlich ist. Eine Haarseife ist, wie jede andere Seife auch, überfettet. Meist um die 5% - 7%. Dies ist aber kein Muss. Es gibt durchaus auch Haarseifen, die 15% oder 20% überfettet sind. Diese sind ideal bei krausen Naturlocken.

Welche Haarseife am Ende aber, für wen passt, ist leider nur schwer zu sagen. Nicht jedes Haar mag die gleichen Öle und Fette. Nicht jedes Haar mag Haarseife mit niedriger/hoher Überfettung. Und: Nicht jedes Haar mag Haarseife. Viele kommen damit nicht zurecht. Die werden stumpf und kraus. Hier wäre ein festes Shampoo wahrscheinlich eine gute Alternative.

Für welches Mittel man sich entscheidet, obliegt jedem selbst. Ganz viele Menschen schwören auf Haarseife. Anderen ist die Handhabung - gerade im stressigen Alltag - zu aufwändig. Das Waschen mit Haarseife muss erst gelernt werden. Vom richtigen Aufschäumen, dem idealen Waschen, bis hin zum richtigen Auswaschen. Das sind alles Dinge, die bei Haarseife sehr wichtig sind, um zu vermeiden, dass die Haare unschön aussehen.

Ich möchte auch kurz auf die saure Essigrinse eingehen. Diese braucht man nur bei echter Haarseife. Bei festem Shampoo kann man darauf verzichten, da sie dazu dient die Schuppenschicht der Haare - die nach dem Waschen geöffnet ist - wieder zu schließen. Festes Shampoo enthält Tenside, die unser Haar schon weich und gut kämmbar machen. Eben wie ein flüssiges Shampoo es auch tut.

Bei der Anwendung von Haarseife sieht das anders aus. Die Schuppenschicht ist offen. Diese muss geschlossen werden. Die saure Essigrinse wird daher nach dem Waschgang als Spülung benutzt. Man mischt handelsüblichen Tafel/Apfelessig (1-2 EL) mit kühlem Wasser (1 Liter) und spült damit ein paar Mal gut die Haare durch. Gerade bei kalkhaltigem Wasser ist das wichtig, damit keine Kalkreste in den Haaren zurück bleiben. Die Rinse muss auch nicht mehr ausgespült werden und der Essiggeruch verfliegt, sobald die Haare trocken sind.

Durch diesen Vorgang schließt sich die offene Schuppenschicht der Haare, sie glänzen hinterher und sind leichter kämmbar.

Habt ihr noch weitere Fragen zur Haarseife und Co.? Dann stellt sie doch unten in den Kommentaren 😊❤️ Ich freu mich!