Haarseife vs. Körperseife

Das Thema Haarseife ist in aller Munde und es gibt viele Theorien und Wahrheiten darüber.

Ich habe schon einmal zwei Blog-Artikel zum Thema Haarseife verfasst. Einmal werden die Unterschiede zwischen Haarseife und festem Shampoo erklärt und einmal geht es um die richtige Anwendung von Haarseife.

Heute möchte ich mich dem Thema widmen, was genau eine Haarseife zur Haarseife macht und woran ihr sie als Konsument erkennen könnt.

Nun, so pauschal kann man die Frage nicht beantworten. Haarseifen sind sehr individuell, wie wir auch. Es kann mitunter dauern, bis man die richtige Haarseife für einen gefunden hat. Das hängt mit vielen Faktoren zusammen, wie z.B. die richtige Waschtechnik, die enthaltenen Öle und Fette und nicht zuletzt die Überfettung einer Seife.

Haarseifen werden beim Verkauf auch als Haarseife gekennzeichnet. Natürlich ist das kein Muss, aber es hilft dem Konsumenten bei seiner Kaufentscheidung. Meine Haarseifen sind eher niedrig überfettet, im Gegensatz zu meinen Körperseifen (rund 15%). Zwischen 7 - 10% liegt die Überfettung bei meinen Haarseifen. Aber es gibt natürlich auch Haarseifen, die höher überfettet sind, das kann bis zu 30% gehen. Diese hoch überfetteten Haarseifen empfehle ich für trockene Naturlocken.

Feine und eher dünne Haare profitieren eher von leichten Ölen, wie z.B. Traubenkernöl oder Distelöl, wie z.B. die Haarseife "Christine". Für schnell fettendes Haar empfehle ich Seifen mit Brennnesseltee, wie z.B. die Haarseife "Franz" oder - die vegane Version "Michael".

Menschen mit kurzen Haaren haben meist weniger Probleme mit Haarseifen (gerade zu Beginn), als Damen mit langen Haaren. Das alles sind und bleiben aber nur grobe Richtlinien und sollten meinen KundenInnen als Hilfestellung für den Kauf diesen. Es heißt nicht, dass jemand nur mit diesen Haarseifen klar kommt. Am Besten immer: durchtesten und ganz wichtig: die Kreiswäsche.

Die Kreiswäsche beschreibt das regelmäßige Wechseln von unterschiedlichen Haarseifen. Ihr kennt das Phänomen sicher: Ihr geht in den Supermarkt und kauft euch ein neues Shampoo. Die ersten paar Mal werden eure Haare super toll. Sie sind füllig, glänzen usw. Und irgendwann kippt die Situation. Die Haare werden plötzlich schnell fettig und sehen gar nicht mehr super aus und ihr versteht die Welt nicht mehr, da ihr ja nichts geändert habt. Das Shampoo WAR ja bis jetzt der Hammer. Und genau das ist das Problem: Eure Haare gewöhnen sich nämlich zunehmend an die im Shampoo enthaltene Tensidmischung (Tenside sorgen dafür, dass die Haare sauber werden). Am besten also, wenn ihr regelmäßige unterschiedliche Shampoos mit unterschiedlichen Tensidmischungen nutzt um diesen "Gewöhnungseffekt" zu vermeiden.

Mit Haarseifen ist es genau das gleiche - auch hier können sich die Haare nach einer Weile an die Seife gewöhnen und das Ergebnis ist nicht mehr das gewünschte. Darum immer die Kreiswäsche und verschiedene Haarseifen nutzen.

Nun zu den Inhaltsstoffen einer Haarseife. Wenn ihr euch das Etikett genauer anseht, werdet ihr feststellen, dass der Unterschied zwischen einer Haarseife und Körperseife gar nicht so groß ist. Auch Haarseifen enthalten verseifte Öle und Fette. Manche Sieder fügen ihren Haarseifen noch zusätzlich Zitronensäure dazu.

Bei hartem Wasser hilft die Zitronensäure gegen Kalkrückstände im Haar. Manche KundenInnen können auch dank der Zitronensäure auf die saure Essigrinse hinterher verzichten. Aber das ist auch wieder sehr individuell und nicht bei allen gleich.

Ich verzichte bei meinen Haarseifen auf die Zitronensäure, da viele Menschen allergisch darauf reagieren. Sie bekommen oft juckende und gerötete Kopfhaut. Das möchte ich nicht. Kalkrückstände bekommt man mit der sauren Essigrinse gut aus den Haaren und das lange und penible Ausspülen der Seife ist das A und O bei der Nutzung.

Durch diesen Verzicht spricht nichts dagegen all meine Haarseifen auch als Köper- und/oder Handwasch-Seifen zu verwenden.

Einige meiner Haarseifen beinhalten auch Essig. Einige sind der Meinung, dass Essig in Haareife die raure Rinse hinterher ersetzt, da der Essig ja sowieso schon in der Seife vorhanden ist. Nun, so ist es leider nicht. Der vorhandene Essig kann natürlich die Haare glänzender und besser kämmbar machen, aber ersetzt die saure Rinse, die vor allem Kalkrückstände entfernen soll, nicht (zwingend).

Der Grund ist einfach erklärt. Essig ist, wie Zitronensäure auch, eine Säure. Diese Säure wird in Verbindung mit Natriumhydroxid (Verseifungsmittel) zu Natriumacetat. Natriumacetat ist ein Natriumsalz der Essigsäure und hat keine wasserenthärtenden Eigenschaften mehr. Im Gegensatz zur Zitronensäure. In Verbindung mit Natriumhydroxid wird Zitronensäure zu Natriumcitrat, einem Natriumsalz der Zitronensäure, welches sehr wohl entkalkende Eigenschaften aufweist.

Eine weitere positive Eigenschaft von Essig ist Haarseife ist die bessere Schaumbildung. Die Basis von Essig sind meist unterschiedliche Obstsorten, wie Äpfel, Himbeeren, Birnen etc., die alle Zucker enthalten. Und Zucker ist ein toller Schaumbildner für Seifen. Daher macht der Einsatz von Essig in Haarseifen durchaus Sinn.